happa happa gelaba

Essen und Trinken - so "Essen"tiell :)

Dieses Kapitel habe ich so ausführlich erstellt, da ich glaube, dass ich nicht der einzige bin, der nach Infos dazu gesucht und auch viele verschiedene Meinungen in meinem Umfeld gehört hat. Wenn verschiedene "Quellen" verschiedene Ratschläge abgeben, als die Eltern es sich vorstellen, dann wird es allerhöchste Zeit hier die Differenzen genauer zu beleuchten. Hier also meine Zusammenfassungen zu den Themen Trinken geben und Zufüttern. Diese hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und alle Angaben sind meine Funde bzw. die Zusammenschriebe und Zusammenfassungen meiner Recherche, die ich hoffentlich größtenteils nun mit Quellen angeben konnte. Da unsere Hebamme nicht gefragt wurde, werde ich sie auch als Quelle hier nicht nennen, daher definiere ich das als meine Meinung. Ich wünsche euch viel Spaß beim Thema happa happa ;)

Ab wann soll das Baby auch Tee, Saft oder Wasser trinken?

Eine Art von Generation-bedingtem Konflikt kann aufkommen, wenn mal irgendwann die Frage auftaucht, was gebt ihr dem Baby denn sonst so zu trinken, außer Baby-/Muttermilch? Bei uns war das tatsächlich - neben anderen Punkten - eine konfliktbehaftete Fragestellung, die mich dann an verschiedenste Quellen weitergeleitet hat.
Von Verwandten und Bekannten, die bereits (aktuellere) Baby-Erfahrung haben, haben wir folgendes mitbekommen:
Hier kam die relativ einfache Antwort: Erst wenn das Baby Wasser braucht, nämlich dann, wenn es bereits Nahrung zu sich nimmt, die weniger Flüssigkeit zu sich nimmt, wie es bei Baby-/Muttermilch der Fall wäre. Zudem seien Säfte aufgrund des hohen Zucker-Gehaltes nicht gut. Dann doch lieber gleich ein Stück Obst in die Hand geben, damit auch alle Ballaststoffe mit dabei sind. Hierzu können wir aber auch unsere Hebamme fragen, die weiß da auf alle Fälle mehr Bescheid.
Um in der Frage schneller ein weiteres Bild zu bekommen, habe ich mich bemüht das Internet als weitere Quelle zu nutzen. Hier eignen sich allerdings Foren oder offene Meinungsaustauschportale/Social-Media-Plattformen weniger als Quelle, so dass ich bei der Recherche auf ein höheres Niveau heraus wollte. Auch bei der Thematik kann man größere Quellen finden. Ich habe hier einmal meine Top Funde aufgelistet:
Auch unsere Hebamme hat uns ein paar Tipps gegeben. Hierbei hat sie sogar die Frage gelöst, wie viel Wasser in etwa sinnvoll sind - auch wenn es immer auf das Baby selbst ankommt. Wenn es nachfordert, war das Essen oder Trinken eben zu wenig ;)
  • stilles Wasser, besser als Hahnenwasser - darauf achten, dass es kein spezielles "Sportler"-Wasser ist oder besondere Zusätze hat... Dabei muss es nicht speziell "Babywasser" sein.
  • Grundformel: Bei 200g Brei, 100ml Wasser/Flüssigkeit
  • Bei Tee: KEIN Zucker.
  • Bei Saft: am Besten KEIN SAFT.
    • Auch WHO sagt: Frühestens ab 1 Jahr
    • Reife des Babys muss gegeben sein!
    • Reife für Zufüttern: Ende 6. Monat sehr wahrscheinlich
    • Industrie sagt, Saft ab 4. Monat => pures Marketing!
  • Reife für Trinken ( und Essen) : Wenn sie es spannend findet und selbst zeigt!
  • Eindeutiges Zeichen für "Reife noch nicht erreicht": kommt 1:1 im Stuhl raus
  • Auch bei Durchfall => besser wieder 2-4 Wochen warten
Zusammenfassend klingt das jetzt auch relativ überschaubar: Wenn (fiebrig oder ab Zufütterung), dann Wasser oder etwas (wenig) Tee. Wichtig dabei: kein oder (sofern nicht vermeidbar ... ?) kaum Zuckergehalt.
 

Zufüttern - schon nach 4 Monaten? Arztmeinung ist, das ist zu früh.

Zur Geburt haben wir ein Buch geschenkt bekommen, das ich jeder/jedem empfehlen kann:
"BABYJAHRE" von Remo H.Lago, 18. Auflage, ISBN: 978-3-492-25762-6
In diesem Buch werden in unterschiedlichen Themengebieten die einzelnen Altersstufen und überschneidungen dargestellt und mit Statistiken untermalt. So auch z.B. eine Statistik zum Zahnen (das geht wohl ab 4. Monat erstmal langsam Los, mehr als die Hälfte sind beim 8. Monat dabei und es gibt auch "Ausreißer" bei denen es mit 18 Monaten erst ein Zahn kommen kann.
Das Buch berät auch gut, wenn es um das Thema Zufüttern geht. Hier ist die Empfehlung ab dem Alter von 5 Monaten zu beginnen, aber mit Vorsicht. Wenn das Baby den Brei nicht möchte, also ihn gleich verweigert, dann ist es noch nicht an der Zeit. Genauso muss darauf geachtet werden, erstmal wenig und immer der gleiche zuerst zu geben, da es zum einen erstmal darauf ankommt, dass die Zufütterung selbst, also dass der Löffel in den Mund geht und was leckeres bringt, gelernt bzw. gewöhnt werden kann. Zum anderen ist auch die Vorsicht geboten beim Verhalten und Stuhlgang. Falls das Baby Blähungen entwickelt, deutlichen Durchfall oder allgemein sich verhält als fühle es sich unwohl, sollte mit der nächsten Mahlzeit nochmal 2-4 Wochen gewartet werden und weiter auf Milch fokussiert werden. (Vgl. (1) S. 454-459)
Unsere Hebamme hat uns dabei auch noch einige Tipps gegeben. Die Interessanteste dabei ist, dass es eine Empfehlung der WHO gibt, die wohl alle Instanzen und Meinungen, die das Zufüttern früher empfehlen, so ziemlich in den Schatten stellt:
Die WHO empfiehlt das Zufüttern frühestens ab dem Alter von 6 Monaten!
"Breast milk alone, exclusive breastfeeding, should continue for the first 6 months." (Siehe (2), S.353, Kap. 5, "Sustaining breastfeeding")
Die WHO betont dabei auch, dass in den ersten zwei Jahren und auch darüber hinaus die Muttermilch das Kind in der Entwicklung und Wachstum, Stärke und in der Gesundheit hilft.
Unsere Hebamme hat ansonsten noch ein paar andere Anregungen gegeben, wie auch Verbote ausgesprochen:

Was wie lange mindestens verboten ist:

  • Salz —> frühestens nach 1. Lebensjahr
  • Honig —> frühestens nach 2. Lebensjahr
  • Nüsse —> frühestens nach 3. Lebensjahr, ERSTICKUNGSGEFAHR besonders bei Erdnüssen!
  • Vorsicht vor Industriezucker! Möglichst sehr lange meiden!
Um nun keine weiteren Romane hier zu füllen, gebe ich alle weiteren Tipps, die wir bekommen haben, hier stichpunktartig wieder:
  • Zeitlich: Gegen Ende 6. Monat anfangen
  • Keine „Schulnoten“/Schema F nötig - einfach nach Gefühl: Wichtig ist Spaß beim Essen!
  • Fokus im ersten Halbjahr weiter Milchnahrung - —> soviel wie sie trinkt, trinkt sie :)
  • am Besten beim Mittagessen
  • generell auf Reifezeichen achten:
    • Bewusstes suchen, greifen und in den Mund
    • Sie sollten sich ohne Mühe hinsehen können (auf Schoß)
  • Gleiches Setting => zuhause, mittags, wenns nicht klappt verweigert / wegwirft -> 1 Woche warten
  • Ausprobieren welches Fingerfood ( = kleine Stäbchen) oder Püree
  • Fingerfood
    • Dampfgarer -> Pommesstücke / Sticks nutzen
    • Nach paar Tagen mal ein zweites Gemüse -> sehen, welches sie lieber mag
    • Gemüse besser nicht mischen um den Geschmack zu erhalten
  • Kekse untwerwegs?
    • erst, wenn Zähneputzen klappt
    • alternative Hirse-Kringel => kein Zucker
  • Vorsicht bei tierischem Eiweiß:
    • Baby bekommt genug über Mutter-/Babymilch
    • echte Milch frühestens ab 11 Monate alt, Ggf. als Mischung mit Babymilch
  • wenn Fingerfood gut klappt:
    • weiche Früchte (z.B. Erdbeere, eher keine Banane => hoher Fruchtzuckeranteil)
    • Große Nudeln (Spirelli)
    • Polentasticks als Fingerfood
    • Muffins aus dem Material von Polentasticks - „Hackfleisch Bällchen“
Nun hoffe ich, dass ich hier irgendwem helfen konnte. Sei es eine weitere Infoquelle - die hier verlinkt ist gegeben - oder gleich Infos, die gesucht wurden. Falls Du auch weitere Infos hast, die ich hier vielleicht gleich mit einreihen sollte, lass es mich gerne wissen und kontaktiere mich!
 

 
Quellen:
(1) "BABYJAHRE" von Remo H.Lago, 18. Auflage, ISBN: 978-3-492-25762-6
(2) "Infant and young child feeding counselling: an integrated course: participant’s manual, 2nd ed" von World Health Organisation, Online-Quelle: www.who.int